Gerade eben habe ich einen Post veröffentlicht, der schon so lange in der Pipeline war. Das macht mir Angst. Jesse. Du bist nie vergessen. Auch wenn ich hier mittlerweile wenig veröffentliche. Du bist mein Herz, meine Seele, mein Lebenswille. Bitte zweifele nie daran. Auch wenn ich es hier nicht mehr so regelmäßig zm Ausdruck bringe, Du bist es wert, immer in meinen Gedanken zu sein. Aus mir spricht Liebe pur, wenn ich an dich denke. Und ich denke täglich an dich. Momentan fühle ich mich so verbunden mit der Natur, spüre den Herbstwind in meinen Haaren, genieße die Elemente und ihre Gewalten um mich herum. Ich fühle mich lebendig, auch wenn ein Teil von mir abgestorben ist. Der Teil, der dich beheimatet. Und es ist in Ordnung. In wenigen Tagen stürzt du erneut - und ich mit dir. Bitte fange mich auf. Du bist der Einzige, der das kann. Ich gehe bald in einen Klettersteig, um dir nahe zu sein. Nicht bewusst. Es hat sich so ergeben. Am richtigen Ort, dem Himmel so nah, mit der richtigen Person. Wir werden uns berühren. Manchmal habe ich Sorge, dass ich keine Worte mehr finde. Das ich verstumme. Aber das sind Ängste, die nur in meinen Gedanken sind. Das weiß ich jetzt. Ich werde immer in Kontakt mit dir sein. Meine Seele zu deiner Seele. Mein Herz zu deinem Herz.
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Sonntag, 6. September 2026
Stumm
Hi Jesse,
ich bin stumm geworden in den letzten Jahren. Ich weiß nicht, ob meine Stille meinen Reifeprozess widerspiegelt, nicht mehr alles aussprechen zu müssen und meine Worte nur dann fließen zu lassen, wenn es meiner Meinung nach Sinn macht, ober ob mein nach Innen gekehrt sein eher einem Erstarren gleichkommt. Vielleicht ist es auch ein Mix aus beidem. Das Gedanke des Erstarrens macht mir einerseits Angst - und berührt mich andererseits nicht, was wiederum das Ganze noch bedenklicher macht.
Immer häufiger frage ich mich, wofür ich das alles durchlebe. Wo führt es hin? Wo ist der Sinn? Was übersehe ich? Bin ich Wut? Oder bin ich Dankbarkeit? Nur eines weiß ich gewiss: Ich bin müde. Nach außen zeige ich keine Auffälligkeiten, bin im Alltag verankert und lebe ein Leben, als ob es deinen Tod nie gegeben hätte. Fuck. Du warst real und bist nun nur noch Gefühl und Gedanke. Nichts Stoffliches. Bis heute Mittag habe ich eine Serie durchgesüchtelt, was ich in diesem Ausmaß nicht von mir kenne. Sieben Staffeln in drei Wochen. Die zentrale Frage: Wie sehr sind wir bereit, unsere "Menschlichkeit" aufzugeben, um unser Überleben zu sichern und irgendwann wieder menschlich sein zu dürfen. Wie entscheiden wir uns in Situationen, in denen es pervers ist, eine Entscheidung treffen zu müssen. Was sind wir bereit zu opfern? Entweder für das große Ganze und für den einen Menschen, den man so sehr liebt, dass es wehtut. Die Serie hat mich fasziniert, weil es auch darum ging, ob es einen höheren, vom Körper losgelösten Bewusstseinszustand geben kann. Und falls ja: ist das erstrebenswert? Handelt es sich hierbei um etwas Himmlisches, oder bleiben wir lieber in unserer körperlichen Hülle voller Empfindungen?
